| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Probier doch noch mal den Freeze", schlägt Cedric Alt vor. „Kannst du noch mal zeigen, wie der geht", fragt die angesprochene Elisa Amend. Cedric zögert nicht lang, stützt sich mit beiden Armen am Boden ab, legt den Oberkörper auf der Oberarmrückseite ab und hält dabei die Beine in der Luft. Elisa versucht, es ihm gleich zu tun, kann die Position aber nicht lange halten. „Dazu braucht man ganz schön Kraft", sagt sie. Die zwölfjährige Elisa gehört zur Breakdance-AG des Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium, die von Cedric Alt, der selbst noch die elfte Klasse besucht, geleitet wird. Auch Elisas Freundin und Klassenkameradin Lisa Hoffmann versucht sich am sogenannten Baby-Freeze. Rings herum üben sechs Mädchen aus der fünften Klasse verschiedene Formen des Handstands. Ein Siebtklässler läuft auf beiden Händen mit baumelnden Unterschenkeln durch die Westpfalzhalle. Drei ältere Jungs üben Sprungelemente. „Die Mädchen aus der fünften Klasse sind alle Turnerinnen. Die haben keine Angst vor der Akrobatik", erklärt Cedric. Die Breakdance-Ubungen sind nicht einfach. Ab und an verzweifeln Elisa und Lisa kurz. Doch sie üben solange, bis es klappt. Immer wieder leistet der AG -Leiter Hilfestellung, demonstriert die Übungen, gibt Tipps. Dass er nebenbei noch bei der VT Zweibrücken turnt, ist dabei ein großer Vorteil für ihn. Jeden Dienstag in der Schulzeit leitet er 90 Minuten lang die AG.
Ins Leben gerufen wurde diese zu Beginn des vergangenen Schuljahres von Tobias Ringeisen, der mittlerweile fertig ist mit der Schule. Seitdem ist die Breakdance-AG stetig gewachsen. „Wir hatten auch schon ein paar Auftritte in der Schule. Da kommen wir gut an", erzählt Cedric. Die Moves, also die verschiedenen Bewegungen und Techniken, hat er sich meist selbst beigebracht. „Ich schaue mir Videos von Battles an und versuche dann, die Bewegungen nachzumachen." Eine Battle ist ein Breakdance-Wettkampf, bei dem jeweils zwei Teams gegeneinander antreten und abwechselnd Bewegungen zeigen. „Ich selbst habe noch kein Battle mitgemacht. Aber das wäre mal ein Ziel", berichtet der 17-Jährige. Eine richtige Breakdance-Gruppe gibt es seines Wissens nach in Zweibrücken nicht. Auf jeden Fall als Ziel ins Auge gefasst hat der Helmholtz-Schüler, mit seiner AG eine Choreografie einzustudieren. „Sie lernen alle sehr gut", lobt der AG-Leiter. Auf ungewöhnliche Weise sind Elisa und Lisa zur AG gestoßen. „Das war nach dem Tod von Michael Jackson", erzählt Elisa Amend. „Ja, da haben wir auf dem Schulhof den Moonwalk getanzt. Ein Lehrer hat es gesehen und uns gefragt, ob wir nicht Lust hätten, in die Breakdance-AG zu gehen", berichte Lisa Hoffmann weiter. Seitdem sind die beiden begeistert dabei. Die Breakdance-AG hat noch weitere Früchte getragen. Nach den Weihnachtsferien starten einige Jungs der Gruppe eine Parcours-AG. Parcours ist ein Sport aus Frankreich, bei dem Hindernisse möglichst schnell und spektakulär überwunden werden sollen.
Unterfordert durch das Gymnasium fühlt sie sich nicht. Aber im mathematischen Bereich darfs gern etwas mehr sein und bei der Informatik sowieso: Die Zweibrückerin Katja Kungel studiert neben der Schule. Als einzige Frühstudentin dieses Semesters und in erster Linie, um einen Einblick in den Studienbetrieb zu bekommen. Die Klausur darf die 17-Jährige in jedem Fall mitschreiben.
„Die ziehen mich manchmal auf, als ,Superschlaue'", erzählt Katja Kungel und meint damit Vollzeit-Studienkollegen. Nur zweimal wöchentlich sitzt die 17-Jährige im Hörsaal auf dem Kreuzberg. Weil ihr der Unterricht am Helmholtz-Gymnasium keine Zeit für mehr Lehrveranstaltungen lässt. „Die Übungen muss ich schon schwänzen", sagt sie, aber es sei auch so kein Problem, den Vorlesungen zu folgen. Selbst Schwätzchen mit den Nachbarn hält sie zwischendurch wenn der Professor Fragen anderer zum wiederholten Mal beantwortet und sie längst alles verstanden hat, wie die junge Frau versichert. Weitere Gelegenheiten, ihre Kommilitonen kennen zu lernen, hat sie nicht. Denn gleich nach der Vorlesung geht's per Express zurück in die Schule; den Taxidienst übernehmen ihre Eltern.
Seit dem vergangenen Wintersemester erlaubt das rheinland-pfälzische Hochschulgesetz Schülern ein Frühstudium. Mit regulärer Einschreibung als Student und unter Anerkennung aller Leistungen, aber ohne Anrechnung auf das Studienkonto (wir berichteten im Juni 2008). Auf diese Möglichkeit wies ihr Informatiklehrer die Gymnasiastin hin - und sie griff zu. Als Einzige. Wie das Studium sich von der Schule unterscheidet, wollte sie erfahren, und Informatik interessiert sie sowieso. „Da sind selbstständiges Arbeiten gefragt und Eigenverantwortung", nennt die Teilzeitstudentin den Hauptunterschied zum Gymnasium. Wenn man schlafe, mahne kein Lehrer zum Aufpassen. Aber das scheint auch nicht notwendig bei der Schülerin, die den Dingen gern auf den Grund geht. „Mich interessiert, was drinnen passiert, wenn ich oben auf den Knopf drücke", sagt sie und bezieht das nicht allein auf den heimischen PC. Algorithmen, ein wichtiger Gegenstand ihrer Vorlesung, bereiten der Gymnasiastin keine Probleme. Auch wenn sie eingehender untersucht werden als im Schulunterricht.

ALLE JAHRE WIEDER – Vorlesewettbewerb der 6. Klassen
In der vorweihnachtlich geschmückten Schulbibliothek, versüßt durch allerlei Knabbereien, fand wie alle Jahre der Vorlesewettbewerb für die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen statt. Die zwei Besten aus jeder Klasse wetteiferten darum, zum Schulsieger gekürt zu werden. Sie maßen ihre Vortragskünste zuerst an einem von ihnen vorbereiteten Lieblingstext.
Anschließend mussten die Besten, zwei Mädchen und zwei Jungen, in der zweiten Runde ihre Lesefertigkeit an einem unbekannten Text unter Beweis stellen. In einer knappen Entscheidung gewann Tobias Kafitz aus der Klasse 6e und wurde Schulsieger. Er las einen Abschnitt aus dem preisgekrönten Buch von Andreas Steinhöfel: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“.